Slowakei
Slowakei
WM-Teilnahmen: 8 (als Tschechoslowakei)
Größter Erfolg: Vizeweltmeister (1934, 1962), Viertelfinale (1938, 1990)
Die Slowakei nimmt erstmals seit ihrer Trennung von Tschechien am 1. Januar 1993 als eigenständiges Land an einem Fußball-Großereignis teil. Die FIFA berücksichtigt jedoch die früheren Erfolge der ehrenwürdigen tschechoslowakischen Nationalmannschaft für die Slowakei. Die Tschechoslowakei, die an insgesamt acht WM-Endrunden teilgenommen hat, wurde 1934 in Italien und 1962 in Chile Vizeweltmeister und qualifizierte sich 1938 in Frankreich und 1990 in Italien für das WM-Viertelfinale. Zudem wurde man 1976 in Jugoslawien Europameister und holte sich 1960 in Frankreich sowie 1980 in Italien den dritten Platz. Weiters wurde die Tschechoslowakei 1980 Olympiasieger und sicherte sich 1960 in Tokio Silber. Unter dem derzeitigen Teamchef Vladimír Weiss holte man sich nun das erste Ticket für eine Endrunde, wobei man unter anderem Tschechien zum Zusehen verdammt hat.
Der Trainer: Weiss hat im Juli 2008 als Nachfolger von Jan Kocian die slowakische Nationalmannschaft übernommen. Zuvor hatte der heute 45-Jährige von 1996 bis 2000 als Assistenztrainer (wobei Weiss zu dieser Zeit noch als Mittelfeldakteur im Kader gestanden ist) sowie von 2000 bis 2006 und von 2007-2008 Artmedia Petržalka betreut. In der Saison 2004/2005 nahm der slowakische Spitzenklub auch an der Champions-League-Gruppenphase teil. Zwischen 2007 und 2008 arbeitete Weiss zudem für den russischen Erstligisten Saturn Ramenskoje. Während seiner aktiven Karriere hat Weiss, der unter anderem 1993 auch bei Sparta Prag unter Vertrag gestanden ist, in 19 Länderspielen einmal für die Tschechoslowakei getroffen und weiters in zwölf Länderspielen einmal für die Slowakei eingenetzt. Der gleichnamige Sohn des 45-Jährigen ist derzeit vom englischen Premier-League-Klub Manchester City an die Bolton Wanderers verliehen.
Bekannte Spieler: Marek Hamšík vom italienischen Serie-A-Klub SSC Napoli ist nicht nur einer der prominentesten slowakischen Spieler, sondern auch der Teamkapitän. Der 22-jährige offensive Mittelfeldspieler hat bislang in 29 Länderspielen achtmal getroffen. An der Champions League haben im Herbst Martin Škrtel vom englischen Rekordmeister FC Liverpool sowie Peter Pekarík vom deutschen Meister VfL Wolfsburg teilgenommen, Róbert Vittek steht beim französischen Europa-League-Teilnehmer OSC Lille unter Vertrag. Mit Radoslav Zabavník, mit Miroslav Karhan (beide vom 1. FSV Mainz 05), mit Ján Ďurica (Hannover 96) und mit Stanislav Šesták (VfL Bochum) stehen vier weitere slowakische Legionäre in der ersten deutschen Bundesliga unter Vertrag. Außerdem spielt der gleichnamige Teamchef-Sohn Vladimír Weiss mit den Bolton Wanderers in der englischen Premier League.
Stärken: Der Großteil der slowakischen Nationalmannschaft besteht aus Legionären, die zum Teil auch in europäischen Ligen unter Vertrag stehen. Mit Škrtel und Pekarík haben zwei slowakische Teamspieler an der Champions-League-Gruppenphase teilgenommen, zudem ist Kapitän Hamšík einer der Topstars bei der SSC Napoli. Dementsprechend mangelt es bei den "Repre" mit Sicherheit nicht an internationaler Erfahrung. Außerdem ist den Slowaken bewusst, dass sie bei ihrem ersten Auftreten bei einer WM-Endrunde in Wahrheit nur kaum etwas zu verlieren haben. Deshalb wird die von Weiss betreute Elf in Südafrika befreit aufspielen können – und zwar vor allem dann, wenn es zum Auftakt gegen Neuseeland ein Erfolgserlebnis gibt.
Schwächen: Die internationale Erfahrung der Spieler ist schön und gut, doch die slowakische Nationalmannschaft hat – wenn man auch die Endrunden-Teilnahmen der Tschechoslowakei miteinberechnet – zuletzt vor 20 Jahren an einem Großereignis teilgenommen. Dementsprechend ist man es auch nicht gewohnt, in nur drei Spielen um den Aufstieg in die nächste Runde zu kämpfen. Um die Spieler bei einem Punkteverlust gegen Neuseeland ruhige Nerven behalten können, ist fraglich.
WM-Qualifikation: Die Slowaken sind gemeinsam mit Slowenien, mit dem großen Rivalen Tschechien, mit Nordirland, mit Polen und mit San Marino in die Gruppe 3 der europäischen WM-Qualifikation gelost worden. Die Slowakei hat sich letztendlich überraschend mit 22 Punkten und mit zwei Zählern Vorsprung auf Slowenien den Gruppensieg geholt. Doch den größten Prestigeerfolg haben die "Repre" ausgerechnet gegen Tschechien gefeiert: Einem 2:1-Auswärtserfolg am 1. April 2009 folgte ein 2:2 in der Slowakei am darauffolgenden 5. September. Und: Die "Národní tým" haben sich letztendlich als Gruppendritter nicht einmal für die Relegation qualifiziert.
Potenzial/Chancen: Die Slowakei ist bei ihrer ersten WM-Endrunden-Teilnahme als eigenständiges Land ausgerechnet in die gleiche Gruppe des amtierenden Weltmeisters Italien gelost worden. Zudem trifft die Weiss-Truppe in der Gruppe F auf Paraguay und auf Neuseeland. Dabei haben die Südamerikaner und die "Repre" die aussichtsreichsten Chancen auf das zweite Achtelfinal-Ticket, wobei Paraguay unter anderem aufgrund der bestehenden WM-Erfahrung zu favorisieren ist. Das direkte Duell zwischen den beiden Mannschaften wird am zweiten Spieltag und am 20. Juni über die Bühne gehen. Die Slowakei wird zum Auftakt am 15. Juni auf Neuseeland treffen: Geht es nach der Papierform, sollte man gegen die "All Whites" einiges an Selbstvertrauen tanken können. Wenn es allerdings am 24. Juni gegen die "Azzurri" noch um alles gehen sollte, würde es allerdings sehr schwer werden.
aktuelle Bwin Wettquote auf Slowakei als Weltmeister: 251 (Stand 31.1.2010)
WM-Kader Slowakei
Tormänner
Verteidiger
Mittelfeldspieler
Stürmer
WM Gruppe F - Tabelle
| Platz | Team | Spiele / Punkte |
|---|---|---|
| Italien | 0 Spiele / 0 Punkte | |
| Paraguay | 0 Spiele / 0 Punkte | |
| Neuseeland | 0 Spiele / 0 Punkte | |
| Slowakei | 0 Spiele / 0 Punkte |

